Interview: „Wir wollten unsere Förderung transparenter gestalten.“
Viele kommunale Unternehmen stehen vor derselben Herausforderung: Immer mehr Sponsoring- und Förderanfragen treffen auf begrenzte Budgets und aufwendige Entscheidungsprozesse. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Transparenz, Bürgerbeteiligung und gesellschaftliche Wirkung.
Gemeinsam mit FAIRPLAID hat enercity deshalb die Plattform enercity HerzensProjekte ins Leben gerufen. Im Interview spricht Alexa Schalk, Ansprechpartnerin für die Plattform bei enercity, über die Entstehung der Idee, die Ziele hinter der Plattform und warum Crowdfunding für das Unternehmen weit mehr ist als ein zusätzliches Förderinstrument.
FAIRPLAID: Alexa, wie seid ihr eigentlich auf FAIRPLAID und das Thema Crowdfunding aufmerksam geworden?
Alexa Schalk: Tatsächlich haben wir ursprünglich gar nicht nach einer Crowdfunding-Plattform gesucht. Wir wollten eine Lösung finden, mit der wir unsere zahlreichen Spendenanfragen strukturierter und effizienter bearbeiten können. Bei unserer Recherche sind wir dann auf FAIRPLAID und das Thema Crowdfunding gestoßen. Je intensiver wir uns damit beschäftigt haben, desto mehr Potenzial haben wir darin gesehen. Auch unser Vorstand war von der Idee sofort überzeugt.
FAIRPLAID: Welche Herausforderungen wolltet ihr mit der Plattform lösen?
Alexa Schalk: Wir erhalten jedes Jahr sehr viele Förder- und Sponsoringanfragen. Viele davon betreffen kleinere Projekte, die wir bisher aus organisatorischen oder budgetären Gründen leider ablehnen mussten. Uns war wichtig, einen transparenteren und gleichzeitig effizienteren Prozess zu schaffen. Heute können Projekte ihre Community selbst aktivieren und wir setzen unsere Fördermittel dort ein, wo bereits echtes Engagement sichtbar wird.
FAIRPLAID: Warum war euch Transparenz dabei so wichtig?
Alexa Schalk: Transparenz spielt für uns eine zentrale Rolle. Sowohl die Antragstellenden als auch die Öffentlichkeit sollen nachvollziehen können, wie Förderung funktioniert und wie Entscheidungen entstehen. Gleichzeitig schafft die Plattform Sichtbarkeit für die vielen engagierten Vereine und Initiativen in unserer Region. Das stärkt das Vertrauen und macht unser gesellschaftliches Engagement greifbarer.
FAIRPLAID: Was unterscheidet Crowdfunding aus eurer Sicht von klassischen Sponsoringmaßnahmen?
Alexa Schalk: Crowdfunding bringt die Menschen aktiv mit ins Boot. Projekte werden nicht einfach gefördert, sondern gemeinsam mit der Community umgesetzt. Dadurch entsteht eine ganz andere Dynamik. Die Menschen identifizieren sich stärker mit den Projekten, unterstützen sie finanziell und tragen sie in ihr eigenes Netzwerk. Diese Beteiligung ist aus unserer Sicht ein großer Mehrwert.
FAIRPLAID: Welche Rolle spielt dabei Matchfunding?
Alexa Schalk: Matchfunding war für uns ein besonders spannender Ansatz. Unsere Förderung wird direkt an das Engagement der Menschen gekoppelt. Jeder Beitrag aus der Community erhöht die Wirkung unseres eigenen Budgets. So entstehen Projekte, die nicht nur finanziell unterstützt werden, sondern auch zeigen, dass sie in der Region tatsächlich Rückhalt haben.
FAIRPLAID: Viele Unternehmen unterschätzen den Aufwand erfolgreicher Crowdfunding-Kampagnen. Wie wichtig ist euch deshalb die persönliche Begleitung der Projektstarter:innen?
Alexa Schalk: Das ist für uns ein ganz entscheidender Faktor. Die Plattform allein macht noch keine erfolgreichen Projekte. Deshalb war uns wichtig, dass die Projektstarter:innen professionell begleitet werden. Die Coaches von FAIRPLAID unterstützen bei der Vorbereitung, Kommunikation und Durchführung der Kampagnen. Das erhöht die Erfolgschancen erheblich und entlastet gleichzeitig uns als Plattformbetreiber.
FAIRPLAID: Ihr plant bereits besondere Themenaktionen auf der Plattform. Welche Rolle spielen solche Kampagnen?
Alexa Schalk: Solche Aktionen helfen dabei, die Plattform immer wieder neu zu beleben und zusätzliche Aufmerksamkeit zu schaffen. Ob Weihnachtsaktion oder andere Förderschwerpunkte – sie motivieren Vereine und Unterstützende gleichermaßen und stärken den Gemeinschaftsgedanken. Gleichzeitig bieten sie uns die Möglichkeit, aktuelle Themen gezielt in den Mittelpunkt zu stellen.
FAIRPLAID: Was würdest du anderen kommunalen Unternehmen empfehlen, die über eine eigene Crowdfunding-Plattform nachdenken?
Alexa Schalk: Ich würde empfehlen, Crowdfunding nicht nur als Finanzierungsinstrument zu betrachten. Für uns ist die Plattform vor allem ein Werkzeug, um Menschen zusammenzubringen und gesellschaftliches Engagement sichtbar zu machen. Gleichzeitig lassen sich Förderprozesse transparenter gestalten und Ressourcen effizienter einsetzen. Das macht Crowdfunding für uns zu einer echten Weiterentwicklung klassischer Sponsoring- und Fördermodelle.
FAIRPLAID: Worauf freut ihr euch in den kommenden Monaten besonders?
Alexa Schalk: Wir möchten die enercity HerzensProjekte als zentrale Plattform für gemeinnützige Projekte in der Region etablieren. Unser Ziel ist es, möglichst viele Vereine und Initiativen zu erreichen und gemeinsam mit der Community noch mehr Projekte erfolgreich umzusetzen. Denn wir sind überzeugt: Wahre Energie entsteht dort, wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Weitere Informationen:
enercity HerzensProjekte: enercity-herzensprojekte.de/
Mehr über kommunales Crowdfunding mit FAIRPLAID: fairplaid.com/kommunales-crowdfunding